Uganda – die Perle Afrikas: Eine „Once-in-a-Lifetime“-Erfahrung
Einmal im Leben Gorillas im Nebel live zu sehen – das ist der Traum vieler Tierfreunde. Ich hatte diese einmalige Gelegenheit und durfte im Oktober 2025 auf Einladung der Willy-Scharnow-Stiftung, des Ministry of Foreign Affairs Uganda, des Fremdenverkehrsamts Uganda sowie der Botschaft der Republik Uganda in Berlin nach Uganda reisen.
Eine Reise nach Ostafrika erfordert einige Vorbereitungen, darunter Impfungen, Visa, geeignete Outdoor-Kleidung sowie eine empfohlene Malaria-Prophylaxe. Dieser Reisebericht gibt einen persönlichen Eindruck meiner unglaublichen Reise durch Uganda – die Perle Afrikas: reich an Natur, üppig grünen Hügeln, beeindruckenden Safaris mit den Big Five, einzigartigen Begegnungen mit Schimpansen und Gorillas und vor allem mit außergewöhnlich herzlichen Menschen.
Unsere Route war so geplant, dass wir möglichst viele Facetten dieses faszinierenden Landes kennenlernen konnten. Die Entfernungen waren teilweise recht groß, doch wir reisten in sehr komfortablen Jeeps mit hervorragender Sicht – und zu sehen gab es immer etwas: bunte Märkte, Kinder auf ihrem täglichen Weg zum Wasser und anschließend zur Schule, teils sehr ungewöhnliche Transportmittel sowie fruchtbare Hänge, auf denen Ananas, Bananen, Mangos, Reis, Kartoffeln, Tee, Kaffee und vieles mehr angebaut werden. Unsere Fahrer und Guides hatten stets spannende Geschichten parat und beantworteten alle Fragen kompetent und freundlich.
Ankunft in Entebbe & Kampala
Tag 1: Ankunft in Entebbe – Weiterfahrt nach Kampala
Nach unserer Ankunft ging es über eine moderne Autobahn nach Kampala. Dort verbrachten wir zwei Nächte im komfortablen Kabira Country Club, einem angenehm gelegenen Stadthotel.
Tag 2: Besuch des Ewaffe Cultural Village
Hier hatten wir unseren ersten intensiven Kontakt mit Einheimischen und ihren Traditionen. Wir tanzten gemeinsam, halfen beim Kochen lokaler Gerichte und wurden überall singend und tanzend empfangen. Die Herzlichkeit und Lebensfreude der Ugander sind ansteckend.
Ein offizieller Teil der Reise führte uns außerdem zu Gesprächen mit Vertretern der Botschaft, des Fremdenverkehrsamts UTB sowie weiterer lokaler touristischer Unternehmen. Zu unseren Ehren fand ein großes Fest mit traditionellem Essen und Tanzvorführungen im Ndere Cultural Centre statt. Besonders beeindruckend waren die Trommler, die mit übergroßen Instrumenten wahre akrobatische Meisterleistungen zeigten.
Murchison Falls Nationalpark – Safari & Nil-Wasserfälle
Tag 3: Kampala – Murchison Falls Nationalpark
Endlich ging es hinaus in die Natur, in den größten und ältesten Nationalpark Ugandas. Auf dem Weg besuchten wir das Ziwa Rhino Sanctuary, wo wir Nashörner aus nächster Nähe zu Fuß beobachten konnten. Ein unvergesslicher Moment – inklusive kurzer Schrecksekunde, als zwei Bullen plötzlich auf uns zuliefen. Unser Guide beruhigte uns schnell: Sie wollten nur imponieren.
Tag 4: Pirschfahrt & Murchison Falls
Hier zwängt sich der Nil durch eine nur sieben Meter breite Schlucht und stürzt 43 Meter in die Tiefe – ein spektakuläres Naturschauspiel, das zur Regenzeit besonders eindrucksvoll ist. Bei einer Bootsfahrt auf dem Nil beobachteten wir Krokodile, Nilpferde und zahlreiche weitere Wildtiere aus sicherer Entfernung.
Optional besteht die Möglichkeit, das Boot zu verlassen und zu Fuß zum oberen Ende der Wasserfälle zu wandern – sicher ebenfalls sehr lohnenswert. Wir übernachteten zweimal in der Pakuba Safari Lodge, direkt am Nil gelegen, mit wunderschönem Blick von der Terrasse.
Kibale Nationalpark – Schimpansen & Regenwald
Tag 5: Fahrt zum Kibale Nationalpark
Zwei Übernachtungen verbrachten wir in der traumhaft schönen Chimpundu Lodge. Der Kibale Nationalpark im Westen Ugandas beherbergt dreizehn Primatenarten, darunter Schimpansen, Rote Colobusaffen und L’Hoest-Affen. Zudem wurden hier über 355 Vogelarten gezählt.
Tag 6: Schimpansen-Trekking & Bigodi-Sumpf
Am Vormittag machten wir uns zu Fuß auf die Suche nach Schimpansen. Ein aufregendes Erlebnis, sie beim Streiten, Klettern und Schwingen in den hohen Bäumen zu beobachten. Am Boden sind sie erstaunlich schnell – wir mussten uns ordentlich bewegen, um ihnen folgen zu können. Ein Schimpanse zeigte uns sehr deutlich, dass wir ihm zu nahe gekommen waren. Eine klare Erinnerung daran, dass wir Gäste in ihrem Lebensraum sind.
Am Nachmittag erkundeten wir bei einer geführten Wanderung den Bigodi-Sumpf, ein artenreiches Gebiet mit rund 137 Vogelarten sowie üppiger Vegetation aus Papyrus, wilden Palmen und Feigenbäumen.
Bwindi Impenetrable Nationalpark – Begegnung mit den Gorillas
Tag 7: Kibale Nationalpark – Bwindi Nationalpark
Wir übernachteten zweimal in der Lake Mulehe Gorilla Lodge, malerisch am Hang gelegen mit direktem Blick auf den See. Unterwegs besuchten wir eine Dorfschule, wo uns die Kinder singend und mit Blumen empfingen. Die schwierigen Lernbedingungen machten nachdenklich. Unsere Spenden waren vermutlich nur ein kleiner Beitrag, aber dennoch wichtig.
Tag 8: Gorilla-Trekking – der Höhepunkt der Reise
Der Bwindi Impenetrable Nationalpark ist UNESCO-Weltnaturerbe und beherbergt die größte Population von Berggorillas weltweit. Nach einer ausführlichen Einweisung durch die Ranger begann unsere Trekkingtour, unterstützt von Portern aus der Region – eine Hilfe, die ich jedem empfehle.
Als wir schließlich einer Gorilla-Familie begegneten, verschlug es uns den Atem. Wir kamen bis auf etwa einen Meter an den Silberrücken heran, der völlig entspannt weiterkaute. Die Jungtiere spielten ausgelassen miteinander. Diese Begegnung war überwältigend – und viel zu schnell vorbei. Eine Stunde vergeht in solchen Momenten wie im Flug.
Am Abend führten uns die Batwa, eines der ältesten Völker Afrikas, ihre traditionellen Tänze vor. Ihre Geschichte als ehemalige Jäger und Sammler berührte uns sehr.
Lake Mburo Nationalpark – Safari & Nachtpirschfahrt
Tag 9: Bwindi Nationalpark – Lake Mburo Nationalpark
Übernachtung in der Kigarama Wilderness Lodge. Mit viel Glück entdeckten wir während einer Nachtpirschfahrt tatsächlich einen Leoparden – Geduld zahlt sich aus.
Tag 10: Pirschfahrt & Tierbeobachtungen
Am nächsten Morgen sahen wir Zebras im Wasser, eine Giraffenmutter mit ihren Zwillingen, Warzenschweine, Büffel, Gazellen und Hyänen. Optional werden hier auch geführte Wanderungen oder Radtouren angeboten – sicher ein spannendes Erlebnis.
Äquator, Trommelbauer & Abschied
Auf unserer Route überquerten wir zweimal den Äquator – ein besonderer Moment. Der letzte Stopp führte uns zu den Royal Drum Makers in Mpambire, wo wir den Entstehungsprozess traditioneller Trommeln miterlebten. Der Rhythmus dieser Trommeln begleitet einen durch das ganze Land.
Eine unglaubliche Reise ging zu Ende. Wir haben viel gesehen, hervorragend gegessen und vor allem wunderbare Menschen kennengelernt. Die Herzlichkeit, das Lachen und die Musik Ugandas klingen noch lange nach.
Weebale – Danke, Uganda.
Uganda gehört definitiv auf jede Bucket List.